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eCommerce - der Weg in eine dezentrale Zukunft

Schöppingen, 3. Juni 2011 - Wenn man die Richtung, in die sich der moderne Internethandel entwickelt, plastisch darstellen möchte, dann greift man am besten zu einem simplen aber einleuchtenden Beispiel: dem Städtebau und seiner Geschichte. Im mittelalterlichen Europa bildete der Marktplatz das Zentrum einer jeden Stadt. Man kam dort aus allen Richtungen zusammen und tauschte Waren und Informationen aus. In gewisser Weise funktioniert Onlinehandel genauso. Doch zunächst zurück zum Städtebau. Die Jahrhunderte vergingen und mit der Entdeckung und der Besiedlung der Neuen Welt entstand langsam aber sicher eine neue Form der urbanen Zivilisation, die nicht mehr ein Zentrum, sondern deren mehrere hat. Shoppen gehen kann man heutzutage in diesen „Netzstädten“, wie sie genannt werden, in vielen Industriegebieten, Malls etc. Ein eindeutig definierbares Zentrum gibt es eigentlich nicht mehr. Diese Form prägt das moderne, konsumorientierte Amerika bis heute.
Bleibt man bei diesem Bild, so kann man davon ausgehen, dass sich der Internethandel in Zukunft vom „europäischen“ zum „amerikanischen“ Modell entwickelt. Mit anderen Worten: eCommerce wird zusehends dezentraler. Vor dieser Entwicklung müssen Shopbetreiber aber keine Angst haben. Denn der Trend birgt insbesondere für kleine und mittelständische Händler mehr Chancen als Risiken.


Im Internet tummelt sich eine zunehmende Zahl von Online-Shops, die um potenzielle Kunden werben. Um gegenüber der Konkurrenz die Nase vorn zu haben, genügt es dabei nicht, ein besonders ausgeklügeltes oder kreatives Marketing zu haben. Werbung ist für einen Shop wichtig, keine Frage. Doch zu einer gelungenen Verkaufsstrategie im Internet gehören noch weitere Faktoren. Einer davon ist ein möglichst breites Produktsortiment, aus dem der Kunde beim Besuch des jeweiligen Shops auswählen kann. Speziell kleine und mittelständische Shops können da aber oft nicht mit den großen Anbietern  mithalten, da sie schlicht und einfach nicht die nötigen Kapazitäten besitzen, um es mit Amazon, eBay, Zalando und Co. aufnehmen zu können. Prinzipiell könnte die Produktvielfalt auch in kleineren Online-Shops um ein beachtliches Maß erweitert werden. Ein Kernproblem ist jedoch, dass ein breites Sortiment bei den „Kleinen“ oft auf Lagerprobleme stößt und oftmals lange Lieferfristen zur Folge hat – Ein Umstand, der den Kunden noch mehr abschreckt als eine zu kleine Produktpalette. Außerdem können sich kleinere Shopbetreiber große Lagerkapazitäten finanziell oft nicht erlauben.

 

Um lange Wartezeiten zu vermeiden, sein Lager und seinen Geldbeutel zu schonen und dennoch eine möglichst breite Produktpalette anbieten zu können, lohnt sich für kleinere Online-Händler die Teilnahme an einem dezentralen Marktplatz. Das wäre die „amerikanische“ Variante der beiden Modelle, die es im Online-Handel gibt. Große zentrale Marktplätze wie Amazon oder Zalando wären die „europäische“. Verschiedene eCommerce-Experten sind der Meinung, dass der Trend zum dezentralen Marktplatz als immer interessanter werdende Alternative insbesondere für kleinere und mittelständische Händler schon bald Einzug hält. Ein dezentraler Marktplatz ist im Prinzip nichts anderes als die Verknüpfung eines Shops mit einem Netzwerk, das aus vielen weiteren Händlern besteht. Obwohl die Funktionsweise des Netzwerks einfach ist, bietet sie einen enormen Mehrwert für die Teilnehmer: Durch die Verbindung der Shop-Plattform mit anderen Online-Shops kann der Kunde auf einer einzigen Plattform nicht nur aus dem Angebot des jeweiligen Shop-Betreibers, sondern auch aus dem Sortiment anderer sich im Netzwerk befindlicher Händler wählen. So erweitern alle Teilnehmer ihre bestehenden Sortimente um ein Vielfaches. Außerdem hat ein dezentraler Marktplatz einen weiteren Vorteil: Bisher bieten viele Shopbetreiber ihre Produkte zusätzlich auf den einschlägig bekannten, großen Marktplätzen an, zahlen hohe Provisionen an die Betreiber und halten somit viele Kunden von ihrem eigenen Shop fern. Auf einem dezentralen Marktplatz würden sie die Kunden dagegen anlocken.  Überdies ließe sich auf einem dezentralen Marktplatz nicht nur das Sortiment, sondern auch der Kommunikationsweg so weit vernetzen, dass Kunden noch mehr Möglichkeiten erhalten, Informationen über bestimmte Marken zu bekommen und zu vergleichen. Auch Händler können dadurch lernen, ihr Angebot zu optimieren. 
Die ersten vernetzbaren Shop-Systeme dürften im Laufe des Jahres 2011 auf den Markt kommen. Open-Source-Systeme aller Shop-Hersteller lassen sich theoretisch problemlos an ein solches Netzwerk anschließen. Für Shopbetreiber heißt es deshalb: Augen auf halten, es könnte sich lohnen.

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Ansprechpartner: Wiljo Krechting
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